Besuch Dentsply Sirona
ETV Darmstadt
05.03.2020 Veranstaltungsrückblick 82 0

Hinter den Kulissen von Dentsply Sirona

Zahnarzt: Ein Ort an dem sich wohl kaum jemand wohl fühlt, aber zu dem wir alle hoffentlich regelmäßig gehen. Haben Sie sich schon mal gefragt woher all die schlimmen Bohrer kommen? Wer am Puls der Forschung im Bereich der computergestützten Implantologie ist?

Diesen Fragen ist eine Exkursion des ETVs auf den Grund gegangen. Am Donnerstag den 23. Januar sind wir zu Dentsply Sirona in Bensheim gefahren. Hier werden nicht nur Bohrer für alle möglichen zahnärztlichen Anwendungen hergestellt, sondern vor allem wird hier an computergestützter Implantologie gearbeitet. Hinter diesem sperrigen Begriff lassen sich tolle Verfahren finden, mit denen man eine Krone, ein Inlay oder ein komplettes Implantat automatisiert und ohne nervige Abdrücke herstellen lassen kann.

Kontakt

VDE-Hochschulgruppe Elektrotechnischer Verein an der TU Darmstadt e.V.

Während Zahntechniker früher Abdrücke gemacht haben und aus diesen dann Kronen modelliert haben, kann mittlerweile ein CAD-Modell der Zahnreihe erstellt und die Krone vollautomatisch durch ein kleines Fräszentrum hergestellt werden. Dieser Prozess ist natürlich technisch höchst komplex und bedarf daher vieler elektrotechnischer Disziplinen. In mehreren Vorträgen haben wir nicht nur den Weg der Krone vom Scan der Zähne über Kameras und 3D-Röntgenverfahren zum fertigen Zahnersatz kennengelernt und viele Anknüpfungspunkte zu Lehrinhalten des TU-Studiums gesehen. Von Bildverarbeitung über computergestütztes Konstruieren und mathematische Interpolationsverfahren ging es am Ende zur Simulation von Schwingungen in der Fräse und die Kompensation dieser durch entsprechende Regelungstechnische Verfahren.

In einem zweiten Teil sind wir, geführt von den Produktionsleitern, durch die Montage der Bohrer sowie der Fräszentren gelaufen. Weil Dentsply Sirona in den vergangenen Jahren viel Zeit und Energie in das Implementieren von effizienten Produktionsabläufen und Lean investiert hat, konnten wir in vielen Aspekten ein Idealbild einer Produktion kennen lernen. Auch wenn die Produktionstechnik weder in der Elektrotechnik noch im Medizintechnik-Studium eine Rolle spielt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass viele von uns später auch in diesem Feld arbeiten werden. Hier schon mal Einblicke zu bekommen und sich zu fragen, ob es ein interessantes Arbeitsumfeld sein könnte, war sehr wertvoll.

Zum Abschluss haben wir nochmal mit den zwei Ingenieuren, die uns über den Tag begleitet haben, über Einstiegsmöglichkeiten bei Dentsply Sirona gesprochen, letzte Fragen geklärt und nochmal die automatisierte Implantat-Herstellung angeschaut.
Auch wenn ich auch in Zukunft nur mit begrenzter Freude zum Zahnarzt gehen werde, wird zumindest ein Gedanke auch den technischen Überlegungen hinter den Produkten und Methoden gelten.


Stefan Tauchnitz